Schorr - das Unternehmen


Pinsel sind wohl eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit. Höhlenmalereien sind ein beredes Zeugnis.
Naja, ganz so lange reicht die Tradition von Schorr nicht zurück. Aber immerhin, Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im fränkischen Nürnberg schon eine Vielzahl von Betrieben die Mengenproduktion betrieben. Johann Schorr erlernte dieses Handwerk und war dann ab 1878 als Betriebleiter der damaligen "Vereinigten Pinselfabriken" für deren Werk in Linz/OÖ. tätig. Die Rückkehr der Familie nach Deutschland erfolgte 1923. Dann 1928 war es soweit. Karl Schorr, schon die 2. Generation in der Branche machte sich selbständig und zwar abseits von allen Kollegenfirmen in Unterzettlitz bei Staffelstein, am Obermain.
Schon 1930 verstirbt der Firmengründer Karl Schorr. Der damals zwanzigjährige Sohn Hermann Schorr führt die Firma weiter. Die Probleme sind riesig. Ein Partner wird 1931 aufgenommen, der 1936 wieder ausscheidet. Statt sich der Entwicklung der Firma widmen zu können, wird er, von den Nazis nicht sonderlich gelitten, zu einer 10 wöchigen Wehrübung eingezogen, aus der dann aber 6 Jahre Kriegsteilnahme wurden. Umso besser der Start dann
nach Kriegende. Vieles ist zerstört. Der Bedarf an Pinseln ist groß. 1947 wird in Staffelstein der Betrieb an der heutigen Stelle neu bezogen. Schwerpunkt der Produktion wird die "Borstenzurichtung" d.h. die Aufbereitung der von den Schlachthöfen kommenden rohen Schweineborsten, zum besten Besteckungsmaterial für Pinsel. Ein Großteil der in
18 Arbeitsschritten zugerichteten Borsten wird in die USA exportiert. Limitierender Faktor der Entwicklung ist nicht der Verkauf, sondern die Beschaffung verarbeitungswürdiger
Rohware. Nur die Schweineborsten die von November bis März anfallen sind gut genug. Ein zweiter Produktionsbetrieb war schon 1950 in Haßfurt entstanden, der 1956 in ein eigenes, neues Betriebsgelände in Zeil/Main verlegt wird. Die 60er Jahre sind Zeiten großen Wachstums. Zunehmend rückt die eigentliche Pinselproduktion in den Vordergrund. 1968 zum 40-jährigen Firmenjubiläum sind ca. 150 Mitarbeiter beschäftigt. 1969 kommt als weitere Erweiterung eine Produktionsstätte in Engerwitzdorf Oberösterreich hinzu. Aber rasch wendet sich das Blatt. 1976 senkt China als weltweit
bedeutenster Anbieter von zugerichteter Borste, die Preise um 2/3. Diese Preisentwicklung verkraftet ein Großteil der in Deutschland und Italien angesiedelter Wettbewerbsbetriebe nicht. Ein Faktor für Schorr war die durch Hermann Heinrich genannt Charly Schorr begonnene Weiterentwicklung der Produktionstechnologie. Im eigenen Haus begann eine umfangreiche Entwicklung von Spezialmaschinen, die half gegen die chinesische Konkurrenz zu bestehen. Den Anforderungen des Marktes folgend wurde nun auch das
Sortiment erweitert. Farbroller kamen dazu. Inzwischen war auch Theodor Schorr als
weiterer Gesellschafter eingetreten. Das Angebot wurde um Malerwerkzeuge, Klebebänder und Abdeckfolien verbreitert. Die Kunden im Handel und Gewerbe schätzen Schorr als zuverlässig schnellen Lieferanten. Eine ausgeklügelte Logistik und der konsequente Einsatz neuer EDV Lösungen macht dies möglich


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